ZPYZ

Jedes Kind kennt das Märchen von einem, der auszog das Fürchten zu lernen. Ein sagenhafter Draufgänger, gelangweilt vom Leben, apathisch in der eigenen comfort zone verkümmernd, bricht aus und geht dorthin, wo es weh tut. Ein klassischer Stoff, der in einer Konjunktur der von Bequemlichkeitsterror geplagten Selbstoptimierer aktueller ist denn je. Wer könnte das Märchen klangvoller in die Gegenwart übersetzen, als ein Typ, der sein aktuelles Album folgendermaßen eröffnet: Every day i wake up so tired of myself/ but every day i'll get up so i can just bore myself to death.

Dieser Typ heißt Ivan Georgiev, besser bekannt als ZPYZ. Und dieses Album, von dem hier die Rede ist, hat niemals eine einzige comfort zone von innen gesehen. Es entstand in der tiefsten Provinz Bulgariens, in einem selbstgebauten kleinen Studio, abseits von Zivilisation und für Studioarbeit nicht gerade unerheblicher Infrastruktur. Stichwort: Strom. Diese wohl konsequenteste Form der Landflucht dorthin wo nichts anzutreffen ist außer ein bisschen Vieh und der Geist Ivans’ Familiengeschichte, war der notwendige, radikale Schritt zurück, um künstlerisch endlich den befreienden, souveränen Schritt nach vorn machen zu können.

Klar war es auch ein Akt von Selbstfindung. Das erste Kapitel von ZPYZ, also die Zusammenarbeit mit Flo ‚Locke’ Hirche war auserzählt. Die über Berlin schwebende anything goes-Mentalität kippte für Ivan vor ein paar Jahren in einen Horror der Optionen um. Wenn immer alles möglich ist, wird im schlimmsten Fall nichts fertig. Die Partyroutine, die Routinen im Allgemeinen, die E-Mails, die Leute, die Reizschwemme, das alles war zu viel. Dort im Nirgendwo der Balkanhalbinsel gab es nichts dergleichen. Wie auch, es gab ja noch nicht mal zivilisatorische Grundstandards oder jemanden zum Reden.

Homepage
www.zpyz.de

ZPYZ bei Facebook
www.facebook.com/ZPYZZZ

ZPYZ bei Soundcloud
www.soundcloud.com/zpyz


VIDEOS



MUSIC


RELEASES



    X/X